Insolvenz des Strom- und Gasanbieters Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH


Auf eigenen Antrag der BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH hat das Amtsgericht München – Abteilung für Insolvenzsachen mit Beschluss vom 29.01.2019 ein sog. vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet und einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Für Branchenkenner keine Überraschung. Der Anbieter war bereits ins Visier der Bundesnetzagentur geraten, die Stadtwerke Kiel hatten ein Aufsichtsverfahren beantragt  Dem Billigstromanbieter wurden intransparente Zwischenabrechnungen und die Nichteinhaltung der gesetzlichen Anforderungen an Rechnungen für Energielieferanten vorgeworfen. Es soll auch zu massiven Preiserhöhungen trotz bestehender Preisgarantie gekommen sein. Kunden bemängelten auch die schlechte Erreichbarkeit des Stromanbieters.

Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen deutschlandweit 500.000 Kunden versorgt, im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Straubing sind 150 Strom- und 40 Gaskunden betroffen.Ihr Bezug von Strom und Gas ist aber auf jeden Fall durch die Stadtwerke Straubing als lokaler Grundversorger sichergestellt. Sobald der offizielle Beginn der Ersatzversorgung feststeht, werden die Kunden von uns entsprechend benachrichtigt. Da die BEV ihren Lieferverpflichtungen aus den Verträgen nicht mehr erfüllen kann, sieht das Gesetz in Deutschland vor, dass die Kunden automatisch im Rahmen der Ersatzversorgung durch den örtlichen Grundversorger mit Strom und Gas beliefert und dadurch von einer Versorgungsunterbrechung bewahrt werden.

Zu Fragen und Antworten zur Insolvenz hat die BEV eine eigene Internetseite eingerichtet:
www.bev-inso.de. Demnach wird für Februar kein Abschlag mehr abgebucht, eine Ab-rechnung wird erstellt. Laut eigenen Aussagen kann die BEV insolvenzbedingt ihren Zahlungsverpflichtungen u. a. zur Erstattung von Guthaben nicht nachkommen. Im Insolvenz-erfahren sind grundsätzlich alle Gläubiger (Geldgeber, Kunden, Mitarbeiter) gleich zu behandeln. Eine bevorzugte Zahlung, z. B. an die Gruppe der Kunden, ist daher nicht erlaubt. Etwaige Forderungen sind vielmehr zunächst zur Insolvenztabelle anzumelden.

Mit e:veen Energie eG, Die Energieagenten Versorgungs GmbH sowie EnVersum GmbH mussten bereits in 2018 eine Reihe von Energieanbietern die Insolvenz beantragen. Als letzter prominenter Fall des Jahres 2018 musste der Energieanbieter Deutsche Energie GmbH (DEG) im Dezember Insolvenz anmelden. Marktbeobachter verweisen darauf, dass einige Billiganbieter die steigenden Börsenpreise für Strom und Gas ignoriert hätten und nun durch nicht kostendeckende Kundentarife wirtschaftliche Probleme bekämen.

Für alle Fragen zur Ersatzversorgung oder zu den Produkten der Stadtwerke Straubing beantworten die Mitarbeiter im Kundenzentrum 2 der Stadtwerke (Heerstr. 43 a), telefonisch erreichbar unter den Telefon-Nummern 09421/864-251 und 864-257, per Fax unter der Nr. 09421/864-253 oder per E-Mail unter vertrieb@stadtwerke-straubing.de.
Die Bürozeiten der Stadtwerke:
Montag – Donnerstag: von 8.00 bis 12.30 Uhr und 14:00 bis 16.30 Uhr
Freitag: von 8.00 bis 13.00 Uhr